WDR-Kulturnachrichten

03.09.2010

  • Eröffnung der "Ruhrlights" verschoben

    Die Eröffnung des Lichtkunstfestivals "Ruhrlights: Twilight Zone" auf dem Hengsteysee in Hagen wird verschoben. Das Kulturhauptstadtprojekt hätte eigentlich am Freitag starten sollen. Wie die Veranstalter mitteilten, kam es bei der Generalprobe für die Installation "Kubik" überraschend zu Verformungen der Schwimmkörper. Die Arbeit der Künstlergruppe "Modulorbeat" soll nun zu einem anderen Zeitpunkt an Land präsentiert werden. Wie geplant soll dagegen das Kunstwerk "Time" erleuchten. Die Uhrenskulptur wird am Samstag auf dem Regattaturm am Baldeneysee in Essen eingeweiht.

03.09.2010

  • Fälschungsskandal um private Kölner Kunstsammlung

    Eine hochkarätige Kunstsammlung aus Köln und Krefeld könnte sich als groß angelegte Fälschung erweisen. Mehrere Gemälde, die vermeintlich aus dem Nachlass des Sammlers Werner Jägers stammen und für hohe Summen versteigert wurden, sind offenbar nicht echt. Bei einer der Fälschungen handelt es sich um das Gemälde "Rotes Bild mit Pferden", das Heinrich Campendonk zugeschrieben wurde. Es wurde im Kölner Auktionshaus Lempertz für den Rekordpreis von 2,4 Millionen Euro versteigert. Betroffen sind auch Werke, die Max Pechstein zugeschrieben wurden. Es besteht auch der Verdacht, dass die komplette "Sammlung Jägers" ein Betrug war. Zwei Enkelinnen Werner Jägers und einer ihrer Ehegatten wurden festgenommen.

03.09.2010

  • Streit um deutsche Künstlerakademie in Istanbul eskaliert

    Der Streit um die geplante deutsche Künstlerakademie in Istanbul eskaliert: Der CSU-Kulturpolitiker Peter Gauweiler warf dem Auswärtigen Amt vor, ohne Rücksprache mit dem Bundestag ein neues Konzept vorgelegt zu haben. Demnach soll das geplante Stipendienprogramm für Künstler gestrichen werden - dies würde praktisch das Ende der Künstlerakademie bedeuten. Auch die CDU-Kulturpolitikerin Monika Grütters übte scharfe Kritik: Offenbar gebe es Widerstand aus dem Auswärtigen Amt, auf ihrem Gelände in Istanbul Künstler zu beherbergen. Neuere Bedenken der Türkei, auf die sich das Außenamt berufe, seien ihr nicht bekannt. Das neue Konzept des Westerwelle-Ministeriums sieht vor, dass statt der Künstler Vertretungen aus Wirtschaft und Wissenschaft in die Villa Tarabya in Istanbul einziehen.

03.09.2010

  • Nun doch Sarrazin-Lesung in Berlin

    Trotz der Ausladung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin durch das Internationale Literaturfestival in Berlin kommt es zu einem Auftritt des umstrittenen Bankers in der Hauptstadt. Die Peter-Weiss-Stiftung, die zu den Trägern des Literaturfestivals gehört, lud Sarrazin jetzt im Alleingang für den 10. September ein. Der Ort der Veranstaltung wurde noch nicht bekanntgegeben. Ursprünglich hatte Sarrazin sein Buch im Haus der Kulturen vorstellen sollen. Das Kulturhaus bestand jedoch darauf, dem früheren SPD-Politiker einen kritischen Gesprächspartner entgegenzusetzen. Das hatten Sarrazin und sein Verlag abgelehnt.

03.09.2010

  • Schlechte Luft bedroht Sixtinische Kapelle

    Die Sixtinische Kapelle in Rom ist durch den hohen Besucherandrang bedroht. 20.000 Besucher pro Tag seien ein ernsthaftes Problem für die Konservierung der berühmten Michelangelo-Fresken, schreibt der Direktor der Vatikanischen Museen in der päpstlichen Tageszeitung "Osservatore Romano". Das Raumklima lasse sich nicht mehr kontrollieren, außerdem seien die Kunstwerke nur ungenügend vor Verunreinigungen geschützt. Die Fresken der Sixtinischen Kapelle sind gerade von Staub gereinigt worden. Dafür waren 30 Spezialisten vier Wochen lang beschäftigt.

03.09.2010

  • Erster Zeuge vor Elbphilharmonie-Ausschuss

    Der Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft zur Elbphilharmonie hat den ersten Zeugen befragt. Es handelte sich um den vor zwei Jahren zurückgetretenen Projektmanager der Stadt Hamburg. Er wies jede Schuld an der Kostenexplosion beim Bau der Philharmonie zurück. Der 64-Jährige betonte, er habe die Aufsichtsgremien stets ausreichend informiert - im Gegensatz zur ehemaligen Kultursenatorin Karin von Welck und ihrem Nachfolger Reinhard Stuth. Der ehemalige Projektmanager räumte auch Fehler ein: Er habe zu spät bemerkt, dass die Architekten und der Baukonzern Hochtief nach seinem Eindruck nicht an einem schnellen Baufortschritt interessiert gewesen seien. Die Elbphilharmonie in der Hamburger Hafen-City sollte ursprünglich knapp 190 Millionen Euro kosten, jetzt rechnet man mit mehr als 500 Millionen.

03.09.2010

  • Plakatserie der Kölner artothek erhält Designpreis

    Eine Plakatserie der Kölner "artothek" ist mit dem Designpreis "red dot" ausgezeichnet worden. Die "arthotek - Raum für junge Kunst" bietet die Möglichkeit, Kunstwerke gegen eine geringe Gebühr auszuleihen. Die Plakate mit dem Slogan "Bei uns können sie alles mitgehen lassen..." wiesen auf dieses Angebot hin. Sie wurden von der Kölner Agentur FEEDMEE Design GmbH entworfen. Der Red Dot Design Award ist ein internationaler Designwettbewerb. Alle prämierten Arbeiten werden von Dezember an im red dot Design Museum in Essen gezeigt.

03.09.2010

  • Fotografie-Festival in Köln zeigt René Burri

    Das Festival Internationale Photoszene Köln stellt in diesem Jahr den Schweizer Fotografen René Burri in den Mittelpunkt. Im Museum für Angewandte Kunst sind von Freitag an dokumentarische Aufnahmen aus Südkorea, Vietnam und Brasilien zu sehen. Außerdem werden Arbeiten Burris über den Nachkriegsalltag der Deutschen gezeigt. Es ist die erste Werkschau des renommierten Fotografen in Deutschland. Ein weiterer Schwerpunkt des Festivals ist die Ausstellung "Die Schätze der Stadt", die ausgewählte Stücke aus Kölner Fotosammlungen und Archiven präsentiert. Die Internationale Photoszene Köln läuft bis zum 26. September.

03.09.2010

  • Isabel Allende erhält Chiles Nationalpreis

    Die Schriftstellerin Isabel Allende ist mit dem chilenischen Nationalpreis für Literatur ausgezeichnet worden. Die Preisvergabe war vor allem bei Intellektuellen umstritten. Kritiker meinten, Allende schreibe eher Bestseller als gute Literatur. Allende ist die meistverkaufte Autorin Lateinamerikas. Ihre Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien ihr Roman "Die Insel unter dem Meer", in dem sie die Geschichte einer Sklavin in Haiti im 18. Jahrhundert erzählt.

02.09.2010

  • Nürnberg strebt Rückgabe geraubter Bücher an

    Die Stadtbibliothek Nürnberg will 10.000 Bücher an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgeben. Die Bände stammen zu einem großen Teil aus dem Besitz von Verfolgten des Nationalsozialismus und waren diesen in der Zeit von 1933 bis 1945 abgenommen worden. Um die Suche der Vorbesitzer möglich zu machen, hat die Bibliothek eine Liste mit Namen und oft auch früheren Adressen der Besitzer im Internet veröffentlicht.